Dienstweg     Autofriedhof   Nationale Kunstausstellung 

Kaufdorf im Gürbetal   Mai 2008

Material: Heratekta (recycletes Material, innen weiß gestrichen), Plexiglas, Profile, Beton

Maße: L.: 1200cm B.: 300cm H.: 200cm 

Von der zur Verfügung stehenden Fläche wählte ich einen eher unscheinbaren Ort, ein Stück Industriewald am Rand des weitläufigen Geländes, eine Doppelreihe parallel gepflanzter Nadelhölzer. Die Skulptur, eine Art technizistisches Bauwerk, eine fortlaufende Röhre mit Anbau, nimmt die lineare Richtung der Baumreihe auf und verstärkt den Eindruck industrieller Regelmäßigkeit. Das "Gebäude" ist begehbar und ermöglicht den Blick in die Röhre.

Aus dem Katalogtext:

So wie Auto nicht gleich Auto, ist auch Wald nicht gleich Wald. Diese schockierende Erfahrung machte Kai Rheineck als Jugendlicher. Er entdeckte, dass es das Paradox des Industriewaldes gibt, also des schematisch und möglichst ökonomisch angelegten Baumensembles.

So lag es für ihm nahe, in der dunklen, dichten Tannengruppe des Autofriedhofs beides zu verbinden und zu verschmelzen: die scheinbare Natur und die Geradlinigkeit einer technischen Konstruktion. Diese verläuft wie ein Behältnis für Kabel (...) durch die (...) gerade gepflanzten Reihen der mageren Tannen hindurch. Das Kabäuschen verstärkt die Präsenz des bewusst technizistischen Eingriffs und erweckt den Eindruck, hier geschehe in einem unbekannten System mit unbekannten Nutzen und Zweck eine gewichtige Transformation. (...).

                                                                                        Konrad Tobler, Kunstkritiker Bern