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ÜBER TUNNEL UND LANDSCHAFT

Gemeinschaftsarbeit

Michalis Nicolaides/Kai Rheineck

 

 

Die vorliegende Gemeinschaftsarbeit verstehen wir als eine Art installatives Essay:

"Über Tunnel und Landschaft"

Es geht uns darum, ein gewöhnliches verkehrstechnisches Bauwerk visuell zu verstehen, d.h als einen Gegenstand im Raum vorstellbar und begreifbar zu machen. Denn ein Tunnel ist als Bauwerk, teils über –, teils unterirdisch, mit verschiedenen weit auseinanderliegenden Elementen, eigentlich ein simpler räumlicher Körper, nämlich eine gebogene Röhre.

In der alltäglichen (unreflektierten) Wahrnehmung stehen uns die Teile unverbunden nebeneinander, wir fahren durch irgendeinen Tunnel, ohne die geringste Ahnung davon, was sich währenddessen über uns befindet, wir sehen irgendeine Ein- oder Ausfahrt ohne die geringste Ahnung, wohin sie führt oder woher sie kommt, wir verorten diese Röhre nicht in der Landschaft – kurz, wir haben eigentlich überhaupt keine Ahnung, womit wir es bei einem solchen Bauwerk zu tun haben.

Also haben wir als Exempel einen Tunnel der A44 (Abfahrt Lank-Latum/ Strümp) 'erwandert!, haben ihn nach allen Richtungen durchfahren, alle Aus- und Einfahrten und ihre oberirdischen Anschlussstrassen durchfahren, haben an allen Öffnungen der Röhre Signalballons gesetzt, um die die verschiedenen verborgenen Teile mit einem Blick in der Landschaft sichtbar zu machen, haben Modelle gebaut und natürlich endlos über Probleme, Möglichkeiten, Sinn und Zweck des Tunnels aber auch die Wirkung unserer Annäherungsversuche diskutiert und schließlich das Ganze als eine mehrteilige Videoinstallation präsentiert.

 

 

Zur Installation selbst

Die Situation: Der Ausstellungsraum ist ein ehemaliges Teppichlager, von außen etwas rustikal heruntergekommen, nicht zu sagen ruinös, mit bröckelnder Betondecke, altem bläulichen Filzteppich, dafür aber frischgestrichenen Rigipswänden und neuerdings auch noch mit Heizung ausgestattet. Der Raum wirkte also insgesamt etwas unentschieden. Daher haben die Installation in der Art einer Modellwohnung oder eines Informationstands eingerichtet. Als ein offener aber eigenständiger Bereich innerhalb der gesamten Ausstellung haben wir eine leicht erhöhte Laminatfläche ausgelegt, darauf den Sockel für das Modell, ebenfalls einen Sockel für einen Monitor.

Video 1 (kleiner Monitor) zeigt ausschließlich die Autofahrten durch den Tunnel

Video 2 (Beamer) zeigt unsere Versuche, die Grünfläche oberhalb des Tunnels zu erwandern und das Befestigen der Ballons an den Öffnungen des Tunnels.

Video 3 (großer Monitor) dokumentiert eine unserer Diskussionen.

Auf einem Sockel (dasselbe Material wie der Boden) steht das mit einem warmen Spot beleuchtete graue Modell, mit dem wir versucht haben, uns den ober– und unterirdischen Verlauf der Fahrbahnen klar zu machen, nebst den Positionen der Signalballons.