Bauten des ruhenden Verkehrs

Bei diesem Projekt hatte ich die Gelegenheit, auf dem rund 5000qm großen Gelände des Seewerk in Moers ein zweiteiliges Skulturenprojekt zu realisieren und zwar Teil 1 Rahmen der Austellung Positionen 09 (www.positionen09.de), Teil 2 anläßlich der 1. Niederrheinbiennale (www.places-and-stories.eu), die am 5. September eröffnet wurde.

 

Der Ort

Zunächst hat mich das Grundstück angesprochen, wegen seiner offensichtlichen Nutzlosigkeit und Vernachlässigung. Es grenzt an das Gelände des ehemaligen Umkleidegebäudes des Freibades "Haus Silbersee". Damals wurde es vom Besitzer zugepartet, als Abstellplatz für Autos und Fahrräder. Nachdem das Umkleidehaus zu Wohnungen für Insassen des Altenheims umgestaltet wurde, verlor das Grundstück seine Funktion und blieb sich selbst überlassen.

Umgeben von landwirtschaftlichen Nutzflächen und privaten Anlagen ist dieser Ort der einzige in der Umgebung, der keinen sichtbaren Zweck erfüllt. Diese Zweckfreiheit wird nicht akzeptiert, der Platz wird dennoch genutzt und zwar in aggressiver Weise. Man lädt Müll ab, Nachbarn werfen ihre Gartenabfälle über den Zaun. Von den Straßenseiten her haben sich inzwischen beachtliche Hügel von Grünabfällen aufgehäuft, auf denen erste Bäume wachsen und dadurch die Topographie des Ortes verändern.

Es scheint, dass Räume ohne sichtbare Bestimmung schwerlich akzeptiert werden, vielleicht weil sie ein Gefühl der Ungewissheit erzeugen,

Dieser Aspekt interessiert mich und ist der Ansatzpunkt meiner Arbeit. Es geht mir darum, diese Gefühl der Unsicherheit zu verstärken und wenn möglich auf die Spitze zu treiben.

 

Projekt

1. Der Platz wird besetzt, ich baue einen Eingangsbereich mit einem Schild, das gewissermaßen als Köder dient. Der Ort wird betont, die Situation bekommt einen Projektcharakter. Das Schild erhält einen Hinweis auf Skulptur Nr. 1 und 2, damit kommt der Aspekt der Zeit ins Spiel, Zukunftsplanung.

 

2. Der Platz wird bebaut. Tätigkeit, aber nicht genau bestimmbar. Nutzung. Ich baue Architektonische Skulptur (/01), die einen zweckhaften Eindruck macht, ohne dass genau ersichtlich wäre, welcher.

Nach einer etwa einmonatigen Pause wird mit dem Bau von Skulptur /02 begonnen.

 

Eingang

Schild: 100cm x 150cm, Fläche: 150cm x 300cm

Material: Beton, Gitterroste, Schild

Die leicht erhöhte auf Betonsockeln ruhende Fläche aus Gitterrosten bildet einen Übergang von der Straße zum Gelände. Wer das Gelände betritt, steigt also einmal nach oben und geht dann in das Grudstück hinein.

Das Schild, eine Art Baustellenschild in dem ich als Logo Vaucansons mechanische Ente verwende, soll als Einstimmung für das Kommende dienen.

 

 

 

Dank

Das Projekt wäre ohne die großzügige Unterstützung des Seewerkteams nicht zu machen gewesen. Besonders für die praktische und handwerkliche Mitarbeit seien Angelika Petri und Frank Merks herzlich gedankt, sowie Sven Berendsen, Barbara und Bernd Meyer, Andreas Nörenberg, Martin Pfeifle, Yener und Can Sözen, Martin Schilken.

 

Sponsoren

Seewerk, Eternit Ag, Legi-Gittersysteme, Hahn Kunststoffe, Team Tischer Kulturraum Niederrhein e.V., Kulturbüro der Stadt Moers, LVR, Euregio.