Grotto/Weldam

ist Teil des Projektes „Koningstocht“, wo auf der Luftlinie zwischen Delden und Diepenheim mehrere Orte künstlerisch bespielt werden sollten.

Mein Ort ist ein ruinöser Bau im Park des Landguts Weldam (Diepenheimseweg 114, 7475 Markelo).

Da ich mich seit längerem für Gartenkunst interessiere, ist dieser Platz ein echter Glücksfall, denn das Schloss Weldam besitzt nicht nur einen außerordentlich schönen formalen Garten. Es liegt auch inmitten eines englischen Parks der im 19. Jhdt von Carl Eduard Paetzold gestaltet wurde, dem engsten Mitarbeiter des Parkschöpfers Pückler–Muskau. 

Durch diesen Standort ist der Bau meiner Ansicht nach nicht einfach nur eine Ruine im Wald, sondern Teil einer artifiziellen, kunstvoll gestalteten Umgebung. Er muss eigentlich nur noch als solcher verstanden und interpretiert werden – z.B. als Grottenarchitektur.

Merkwürdige Architekturen wurden schon immer gerne in Gärten hineingebaut; als Einsiedlerklause, künstliche Ruine, antiker Tempelrest oder eben als dunkle, geheime Grotte.

Besonders im Barock wurden solche Grotten mit allerhand technischen Spielereien ausgestattet (Wasserorgeln, Vogelzwitschermaschinen usw) und dienten damit wohl auch als Experimentierfeld für neue technische Erfindungen.

Gleichzeitig liegt ein wesentlicher Reiz der Grotte aber auch im Geheimnisvollen und im Schaurigen, als Eingang ins Totenreich.

Der Bau war wohl einmal ein ausgelagerter Kühlkeller, der während des zweiten Weltkriegs als Munitionsdepot gedient hat. Es ist ein 13 m langes und 180cm schmales Backsteingewölbe, in das man eine Stufe hinuntersteigen muss, sodass der Boden etwas unter Erdniveau liegt. Außerdem ist er mit Efeu überwachsen und fast ganz in zwei großen Rhododendronbüschen verborgen, dass jeweils das eine oder andere Ende des Baus sichtbar ist.

Skulpturaler Eingriff

Ich wollte eine Arbeit zu versuchen, bei der es um diese Verborgenheiten geht. Der in den Keller hineingebaute Körper ist eigentlich ganz simpel.

Beim Eintreten scheint es, als ob der größte Teil des Innenraums durch eine Tür abgeriegelt wäre. Langsam stellt man aber fest, dass sich im Inneren eine Art Container aus grauem Eternit befindet, der fast den gesamten Bau ausfüllt und an eine technische Apparatur erinnert, ohne dass man einen Zweck feststellen kann.

Nur aus einer hinteren Öffnung des Baus ragt ein Teil des Containers heraus und zeigt an dass sich im Innern überhaupt irgendetwas befindet. Die Gestalt des gesamten Objekts kann man sich nur mithilfe der eigenen Vorstellungskraft zusammensetzen.

 

 

Dokumentation

Handout DE (PDF)Handout  NL (PDF)

Herzlichen Dank an: 

Evelien Jansen für die Übersetzung

Jan Willem van Beusekom für die freundliche Betreuung